5 Tage in Kuba ohne Koffer

Verlorene Koffer Kuba Reise

Unser Start nach Kuba Varadero fing schon chaotisch an. Keine Hilfe von Neckermann, als unser erster Zwischenstop in London zu spĂ€t erfolgte und alle anderen FlĂŒge weg waren. In Kuba Varadero angekommen fehlte dann auch noch 5 Tage unser GepĂ€ck.



Wir standen fast eine Stunde am GepĂ€ckband aber irgendwann kam nichts mehr. Ok, wir hatten spĂ€testens jetzt registriert, dass unsere Koffer nicht mitgekommen sind. Was nun? Die Angestellten vom Flughafen waren nicht sehr hilfsbereit aber irgendwie haben wir dann die Stelle gefunden, wo der Verlust der Koffer gemeldet werden muss. WICHTIG: Das melden des GepĂ€ck-Verlustes am Flughafen ist wichtig. Man bekommt einen “GepĂ€ckverlustschein” der als eine Art Nachweis dient, dass man der Besitzer des Koffers ist, wenn dieser spĂ€ter noch gefunden und ausgeliefert wird. Ohne diesen Schein gibt es keinen Koffer.

Tipp: Koffer am besten immer extra versichern, damit man bei verspĂ€teter Auslieferung einen angemessenen Betrag fĂŒr die ErsatzkĂ€ufe bekommt.

Ziemlich genervt standen wir nun an dieser Registrierungsstelle aber die Frauen hinter der Scheibe hat das offensichtlich gar nicht interessiert in welcher “Not” wir waren. Not schreibe ich deshalb, weil jeder kann schon mal 14 Tage mit nur einem “SchlĂŒpper” in der Karibik herumrennen (gibt ja Waschbecken) aber bei speziellen Medikamenten, die man tĂ€glich einnehmen muss, kann es unter UmstĂ€nden ein großes Problem geben. Das man auf der Insel Kuba, geprĂ€gt durch eine sozialistische Mangelwirtschaft, genau diese Medikamente bekommt ist eher unwahrscheinlich.

Übrigens um an diese Registrierungsstelle fĂŒr verlorenes GepĂ€ck zu kommen, mussten wir wieder in eine Art Sicherheitsbereich, den wir beim suchen vorher verlassen hatten. Nach ein paar Versuchen zu erklĂ€ren, das diese GepĂ€ckstelle fĂŒr uns wichtig ist, hat man uns dann “gottseidank” wieder hineingelassen. Vielleicht haben Sie aber auch nur meine Halsschlagader beobachtet und merkten, dass ich gleich explodiere. Freundlichkeit geht anders, das steht fest. Ich habe keine Ahnung wie Kuba den Tourismus weiter aufbauen will, wenn die offiziellen Stellen schon so eine schlechte Einstellung zu den Touris an den Tag legen.

Unser Learning nach dieser Reise war, in Zukunft alle wichtigen Sachen generell in das HandgepĂ€ck zu tun. “Gott sei Dank” hatten wir einige Medikamente im HandgepĂ€ck fĂŒr genau 5 Tage. 

Die Registrierungsstelle fĂŒr verlorenes GepĂ€ck in Havanna, hatte den Weg der GepĂ€cknummer per Computer verfolgt und hatte festgestellt, dass die Koffer in Istanbul sind und wahrscheinlich morgen am Flughafen Havanna ankommen und dann direkt an das Hotel Melia in Varadero ausgeliefert werden. Nun gut dachten wir, kann ja mal passieren. Erstaunlich war nur, dass die Koffer nicht in London hĂ€ngen geblieben sind, als wir von Eurowings zu TĂŒrkish Airline wechselten, sondern in Istanbul, wo TĂŒrkish Airline das nur in eine andere TĂŒrkish Airline Maschine hĂ€tte laden mĂŒssen. Aber es kommt noch schlimmer.

Vor dem Flughafen stand dann noch ein junger Mann, der irgendwie zu Neckermann gehörte und uns mittelte das er sich um alles kĂŒmmert. Nun gut. SpĂ€ter hat sich dann herausgestellt, dass der sich um nichts gekĂŒmmert hat. Im Hotel angekommen, erst mal Strand angesehen, geduscht und erst mal geschlafen. Insgesamt 18 Stunden reine Flugzeit ist schon heftig.

Mal so nebenbei bemerkt: Die 16 Tage Kubareise war genau so teuer wie die 3 Insel Reise zu den Seychellen im letzten Jahr.

TAG 1) Am nĂ€chsten Tag voller Erwartung öfters zur Rezeption gelaufen und gefragt ob die Koffer schon da sind. Sehr enttĂ€uscht waren wir, als die Koffer am spĂ€ten Abend immer noch nicht da waren. Die Reiseleitung war an diesem Tag nicht zu erreichen und wir beschlossen am nĂ€chsten ĂŒberpĂŒnklich zur Sprechzeit zu erscheinen um die Reiseleitung aufzufordern sich darum zu kĂŒmmern.

TAG 2) Fehlanzeige, die Reiseleitung rannte nur mit ihrem Reisevouchern herum und versuchte jeden irgendwelche Touren zu verkaufen. Sie wollte sich darum kĂŒmmern und uns anrufen und tat etwas genervt. Sie telefonierte mit irgenjemand um uns dann mitzuteilen das die Koffer nicht da sind. Das wussten wir selber. Wir wurden langsam mĂŒrbe und sauer, da wir wieder auf den nĂ€chsten Tag vertröstet wurden.

TAG 3) Wieder 10 Uhr, gleicher Ort, Reiseleiterin hatte wieder keine Infos fĂŒr uns. Sie sagte uns, dass was wir ihr selbst ein Tag vorher mitgeteilt haben, nĂ€mlich das die Koffer noch in Istanbul sind. Und jetzt stiegt der Puls, weil das einfach nur dummes Gepappel war. Die hatte einfach keine Lust sich darum zu kĂŒmmern oder das Problem ĂŒberforderte sie.

Wir haben jetzt begriffen, dass diese unfĂ€hige Neckermannmitarbeiterin keine Hilfe fĂŒr uns ist und wanden uns jetzt direkt an das Hotelmanagement (Margarita vom Costumer Service).

Diese Frau war wirklich eine Hilfe, denn sie hat ĂŒberall herum telefoniert. In Erfahrung bringen konnte sie, dass TĂŒrkish Airline nur eine Person in Havanna hat, die die Auslieferung der Koffer veranlassen könnte. Dummerweise konnte diese Frau keiner erreichen, weil sie ihr Handy im BĂŒro vergessen hatte. Von der Reinigungskraft des BĂŒros, hat sie aber erfahren, dass die Koffer in Havanna sind. Was waren wir erst mal froh, dass es hier keinen Datenschutz gibt und sogar die Putzfrau alle Unterlagen einsehen konnte. Ich hatte schon kurz ĂŒberlegt selbst nach Havanna zu fahren (ca. 1 Stunden von Varadero) aber das hĂ€tte mir auch nichts genĂŒtzt, da keiner wusste wo die Frau von TĂŒrkisch Airline ist. Wir hofften auf bessere Infos zum Verbleib dieser Frau am nĂ€chsten Tag.

TAG 4) Gleicher Ort. Koffer wieder nicht da. Ich stellte fest, dass MĂ€nner besser damit umgehen können ohne Koffer zu leben als Frauen. Jetzt wollte ich die Nummer selbst noch einmal anrufen (der Master-Plan war permanent anzurufen und alle etwas zu nerven, bis ich diese Frau erreicht habe) aber die Rezeption wollte jetzt Geld von mir fĂŒr das Telefonat. Die paar Cent hĂ€tten mich nicht wirklich gestört aber mir ging es jetzt um Service. In einem 5 Sterne Hotel darf man erwarten, dass sich Jemand um Probleme der GĂ€ste kĂŒmmert, wenn es der Reiseveranstalter schon nicht tut. Ich rastete kurz aus und sie riefen Margarita wieder. Sie selbst war auch fassungslos das die Koffer nicht da waren und ĂŒbernahm die Telefonate. Dieses mal hatte sie den Fahrer vom TĂŒrkish Airline BĂŒro am Telefon erwischt. Man muss hier erwĂ€hnen, dass telefonieren in Kuba so eine Sache ist. Die Leitungen fallen da auch schon mal ganz aus. Der Fahrer wusste aber auch nicht wo die Chefin des BĂŒros seit gestern hin ist.

Feststellen konnte ich, dass Mitarbeiter von TĂŒrkish Airline gleich mal 48 Stunden verschwinden können ohne das es  Jemanden stört.

Der Plan formte sich, jetzt doch hinzufahren und so lange vor dem BĂŒro zu kampieren bis die Frau kommt oder gegebenenfalls mit Hilfe der Reinigungskraft Zutritt zu bekommen und ausserhalb aller FormalitĂ€ten meine Koffer einfach zu nehmen. Das muss sie dem Fahrer auch so mitgeteilt haben. Der Fahrer versprach einen RĂŒckruf zu Margarita, die uns dann wieder informieren wollte.

Tag 5) Gestern spĂ€t Abend haben wir von Margarita erfahren, dass der Fahrer die Koffer heute frĂŒh bringt. He, das war doch mal etwas genaues. Übrigens die Neckermann Mitarbeiterin wollte unbedingt ein Protokoll machen. Das war auch wichtig, denn das braucht man um in Deutschland dann Schadenersatz zu fordern aber sie hat das natĂŒrlich so geschrieben als ob sie sich um alles gekĂŒmmert hat. Wir hatten keine Lust mehr zu streiten, soll sie schreiben was sie will, wichtig war uns nur die Dokumentation, dass die Koffern nicht da sind. Letztendlich interessiert das keinen, wer an was Schuld hatte. Nur der Tatbestand, dass die Koffer nicht da waren war uns wichtig.

Ja es war 12 Uhr. Koffer immer noch nicht da. Margarita wieder geholt, sie telefonierte und ihr wurde mitgeteilt, dass der Fahrer schon frĂŒh 8 Uhr los gefahren ist. Mein Gott, wo genau ist den jetzt dieser Fahrer? Kleine Scherze, dass er nicht weit sein kann, weil wir sind ja auf einer Insel, hebte die Stimmung meiner Partnerin nicht wirklich. Es breitete sich so langsam eine LMAA Stimmung aus und der Gedanke “haben wir es hier den nur mit unfĂ€higen, ignoranten Leuten zu tun” bekam langsam “Masse”.

Ta Taa … 16 Uhr ist der Fahrer mit unserem Koffern dann doch noch gekommen. Was genau hat der gemacht zwischen 8 und 16 Uhr? Keine Ahnung aber hier scheint eh jeder zu machen was er will. Der Fahrer verlangte dann, dass wir die Koffer kontrollieren ob alles da ist. Auf dem ersten Blick ist uns nicht aufgefallen das etwas fehlte. Dann guckte er noch so fordernd als ob er irgendwie Trinkgeld erwartet. Na da war er bei mir genau an der richtigen Adresse. FĂŒr so viel Ignoranz und Faulheit gibt es von mir keinen Cent. Wir sind dann mit unseren Koffern wortlos gegangen.

Auf dem Zimmer haben wir dann festgestellt, dass doch Jemand an unserem großen Koffer war. Er hat ein Zahlencode aber weil der Koffer schon so alt ist, könnte man es klicken hören, wenn man die richtige Nummer gewĂ€hlt hat. Es fehlte unsere Miniluftmatraze, die gleich oben drauf lag. Aber das zu beweisen und uns wieder mit diesen Leuten zu beschĂ€ftigen, dazu hatten wir echt keine Lust mehr. Es sind uns 5 Tage Urlaub verloren gegangen. SpĂ€tere Touren haben wir dann fast 6 Tage hintereinander machen mĂŒssen um unsere Urlaubsziele dann doch noch zu erreichen. Wir hatten eine Menge Fototouren geplant.

Oh Oh Kuba …. so wird das nix mit dem Tourismus.

Aber immerhin, ein Erlebnis was nichts gekostet hat ausser Nerven. Wir haben dann einige Tage spĂ€ter festgestellt, dass sich alle etwas schneller bewegen, wenn man genĂŒgend Trinkgeld gibt. Vielleicht war das unser Fehler aber im Nachhinein, wen hĂ€tten wir das geben sollen? Ach ja und TĂŒrkish Airline, ich sag nur Katastrope. Die kommen bei mir jetzt noch vor Germanwings / Eurowings auf der Hitliste der schlechtesten Fluggesellschaften.

Das Gute an der Situation war, dass die anderen GĂ€ste das natĂŒrlich auch mitbekommen haben und uns wurde von vielen Hilfe angeboten. Deshalb gibt es hier auch eine Dankeseite, wo wir uns bei allen bedanken möchten die uns geholfen und motiviert haben. Es haben sich dann noch richtig gute Urlaubskontakte ergeben. Das war richtig super.


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